Über das Projekt

Kurzvorstellung des DATAFIED Projektes und der einzelnen Teilprojekte

Am 1. Dezember 2018 ist das Verbundprojekt DATAFIED (DATA For and In EDucation) offiziell gestartet und konnte am 31. Mai 2022 erfolgreich beendet werden. Zusammen mit dem Leibniz-Institut für Bildungsmedien | Georg-Eckert-Institut (GEI), der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg (HSU), dem Institut für Informationsmanagement Bremen (ifib), sowie dem Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF) wurden die Auswirkungen der fortschreitenden Digitalisierung und der damit einhergehenden Datafizierung im schulischen Bildungssystem untersucht. Datafizierung meint hier, dass über alle Prozesse des Schulsystems Daten gesammelt werden, die gleichzeitig Entscheidungs- und Meinungsbildungsprozesse verschiedener schulischer Akteure (etwa Bildungspolitik, Schulaufsicht, Schulträger, Lehrkräfte oder Eltern) beeinflussen.

Sowohl das BMBF, als auch die Kultusministerkonferenz haben die zunehmende Digitalisierung im Schulwesen in ihren Strategiepapieren fest verankert. Dies wird auch durch die aktuell diskutierte Grundgesetzänderung im Rahmen des „DigitalPakt Schulen“ bekräftigt. DATAFIED bildet in diesem Kontext einen wichtigen Baustein in der Erforschung und Evaluation der bisherigen Fortschritte.

Die Erhebung und Nutzung von Daten ist keineswegs neutral: Welche Daten werden aus welchen Gründen erhoben, welche werden nicht abgefragt? Was geschieht mit diesen Daten? Welche Rückschlüsse lassen sich daraus in Bezug auf die Idealvorstellung von „guter“ Bildung und der „richtigen“ Implementierung digitaler Hilfsmittel ziehen?

Mit der Digitalisierung geht eine umfassende Datafizierung des Schulsystems vonstatten, bei der in allen Prozessen des Schulsystems Daten gesammelt werden, die gleichzeitig Entscheidungs- und Meinungsbildungsprozesse der Bildungspolitik, der Schulaufsicht, der Schulträger, der Schulleitungen, der Lehrkräfte, der Schüler*innen und ihrer Eltern sowie der Öffentlichkeit beeinflussen. Ihre Entstehung, Interpretation und Verwendung ist dabei nicht (wert-) neutral, sondern in die Daten selbst sind bereits Vorstellungen von “guter Bildung” bzw. „guter Schule“ und „gutem Unterricht“ eingeschrieben. Gleichzeitig verändern sich durch die zunehmende Datafizierung die Rollen der Lehrkräfte, Schüler*innen und weiterer Akteure im Bildungssystem sowie ihre Beziehungen zueinander. Das Verbundprojekt hat diese Veränderungsprozesse aus vier unterschiedlichen, miteinander verwobenen Perspektiven beschrieben und auf Basis eigener empirischer Studien an vier Schnittstellen des schulischen Bildungswesens analysiert: Schulaufsicht und Schule (Teilprojekt 1), Schulinformationssysteme und Schulmanagement (Teilprojekt 2), Lernsoftware und Unterricht (Teilprojekt 3) sowie Lehrkräfte und Schüler*innen im Unterricht (Teilprojekt 4). Ziel war es, die prägende Rolle von Daten zu beschreiben, damit Erkenntnisse in Bezug auf den Rollenwandel und das Professionsverständnis zu gewinnen, sowie Impulse zu generieren, die zukünftige Entscheidungen in Bezug auf die Gestaltung von Datenpraktiken im Bildungssystem unterstützen.

Das Verbundprojekt DATAFIED war zunächst auf eine dreijährige Laufzeit (01.12.2018 – 31.11.2021) ausgelegt als Teil des Rahmenprogramms „empirische Bildungsforschung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Ende 2021 haben wir eine Verlängerung um weitere 6 Monate (bis 31.05.2022) erhalten um pandemie-bedingte Verzögerungen auszugleichen. Mit Ablauf der Verlängerung wurde das Projekt erfolgreich beendet. Eine Puublizierung der Ergebnisse in Buchform wird voraussichtlich im November 2022 geschehen.

Weitere Informationen zu diesem Themenbereich und weiteren Projekten erhalten sie auf der Homepage: Rahmenprogramm empirische Bildungsforschung